Lasst uns miteinander sein

Die kleinen Vögel erwachen, sobald die Sonne aufgeht und den Morgen begrüßt.

Sie recken und strecken sich und schütteln ihr Federkleid.

Viel haben sie in dieser hellen, warmen Frühlingsnacht erlebt und was nicht so schwer wiegt, lässt sich gut abschütteln.

Sanft fliegt es in die weite Luft und verteilt sich in alle Richtungen und jeder spürt die alte Kraft und das Vertrauen, das danach zu wachsen beginnt.

Was tief in ihnen bleiben will, wird behutsam mit auf den Weg in den Tag genommen und vom Zauber des Lebens behütet.

Um diese Zeit lauschen die Nestbewohner oft aufmerksam den leisen Tönen ihrer Nachbarn; …naja und wenn nicht, dann muss halt etwas lauter gezwitschert werden :

Über die zwei Wesen, welche ineinander verschlungen und laut miauend über das taufeuchte Gras purzelten oder über den großen Vogel, der kreischend seine nächtlichen Flüge über den stillen Hof machte. Hoffentlich hat er auf dem angrenzenden Feld genügend Mäuse erbeuten können.

Und dann waren da noch die schreienden Tiere auf der Straße am Hof. In diesem Moment verstummte selbst das junge Rind, welches in der Nacht lautstark einen Liebhaber herbeisehnte.

Der Wolf ist in der Nähe, das spürten in dieser Nacht auch die kleinen Vögel.

Die Hausbewohner schreckten aus ihren Träumen hoch. Schrie dort ein Schaf jämmerlich um Hilfe ? War der wandernde Wolf hungrig ?

Sie sprangen aus ihren Betten und rannten in die helle Frühlingsnacht hinaus auf die Straße.

Stumm vor Schreck entdeckten sie dort unvermutet im Licht des Mondes ein Liebespaar.

Ein dicker Dachs warb lautstark um die Zuneigung seiner auserwählten Dachsin. In menschlicher Gesellschaft mochte sie ihn nicht mehr erhören und so rannten beide mit lautem Getrampel über die Straße auf das nächstgelegene Feld.

Manchmal sind nächtliche Erlebnisse sehr abenteuerlich…und es tut gut, von ihnen zu erzählen.

Die Bauersleute haben sogar dem Hüter aller wilden Tiere von ihrer nächtlichen Begegnung mit den Liebenden erzählt und er staunte sehr.

Das, was unsichtbar ist, was tief unter dem dicken Federkleid der kleinen Vögel direkt im Herzen verborgen ist, lebt beständig in der guten Gemeinschaft und so fliegen einige der kleinen Vögel hinaus in den frühen Morgen.

Es gilt, die Kräfte zu wahren und ein gutes Zuhause zu erhalten und das gelingt gut im Einklang mit den Schätzen der Natur.

Die großen Gebäude des Hofes beherbergen viele Getreide-Körner und so manche Garbe ist im Winter noch nicht abgeerntet worden.

Wenn der Wind über den Hof weht, während die Bäuerin gerade mit einem Bündel köstlichem Kräuter-Heu zu den Ziegen und Schafen spaziert, trägt er die einzelnen Halme manchmal bis zum Bauernhaus und somit auch in die Nähe der Kletterpflanze der kleinen Vögel. Hiermit lassen sich gut kuschelige Nester bauen…

Oh… wie schwer solch Nestbau manchmal sein kann. Wenn die Halme eines Heubüschels miteinander verwobenen sind und sich nicht trennen lassen, dann spürt so mancher Vogel seine große Kraft und trägt das Heubündel in seinem Schnabel beharrlich Stück für Stück weiter in die Luft bis ins zukünftige Heim.

Wie gut, dass ihm die Kletterpflanze mit ihren Verzweigungen hilft, denn hier bleiben die Büschel immer mal wieder hängen.

Und was ist, wenn doch wieder alle lebensnotwendigen Schätze auf die Erde fallen ?

Zum Glück gibt es schon leckeres Essen auf dem Feld am Hof und ein gut ernährter Vogel hat viel Kraft für den Bau oder Erhalt eines Heimes.

Hier werden mit aller Fürsorge die bald heranwachsenden Nestbewohner ins Leben begleitet.

In der Nähe der Nester hat die Bäuerin des Hofes einen kleinen, feinen Tümpel entstehen lassen.

Dort wohnen nicht nur Frösche, Kröten und Molche, sondern auch Wasserkäfer oder Mücken. Es gibt kleine, von Wasserpflanzen und altem Holz umgebene, Randbereiche für erfrischende Sommerbäder. Auch die gr0ßen Tauben lieben diesen Badeort und löschen dort gerne ihren Durst.

In solchen Momenten fliegen die kleinen Vögel lieber auf die großen Baumstämme am Garten-Cafe und beobachten die großen Vögel.

Sie fliegen jedoch schnell weiter, wenn ein gr0ßer Hund plötzlich daher kommt und den Tümpel für ein erfrischendes Bad nutzt…oder womöglich ein Mensch rückwärts in den Tümpel stolpert…nun ja, das Leben hat immer wieder Überraschungen im Gepäck…

Bisher haben sich die Bewohner des Tümpels alle gut von diesen schwerwiegenden Lasten erholt…und so wächst die Teichrose kräftig weiter. Sogar die dicken, grünen Frösche nehmen ein Sonnenbad auf ihren Blättern.

Auf ihren gr0ßen Ausflügen über den Hof erleben die kleinen Vögel so manche Überraschung. Wenn ein kräftiger Wind durch ihr Leben weht, trägt er sie über die hohen Bäume an unbekannte Orte.

Welch ein Abenteuer…plötzlich mischen sich viele, kindliche Stimmen mit dem Blätterrauschen der Bäume.

Im Glückskleekinder-Bauernhof-Kindergarten gibt es immer viel zu entdecken und zu besprechen. Die Kinder sind mitteilsam und helfen sich, wenn sie einander vertrauen und miteinander spielen können. Sie lassen sich durch den Tag treiben und verweilen gerne hier und dort.

Manchmal stehen sie am Zaun und schauen zu ihren Nachbarn, den Angler Sattelschwein-Sauen Trudi, Frieda, Lotta und Finchen hinüber. Heute haben die Schweine Besuch von den kleinen Vögeln. „ Ein Vogel reitet auf Trudi“, ruft ein Kind. „Können wir das auch mal ?“

Auf der Haut der Schweine krabbeln kleine Sommer-Insekten…hmm, die schmecken den Vögeln sehr gut.

Erst als Trudi in die selbstgewühlte Erd-Matschkuhle geht, um sich genüsslich zu suhlen, verlässt der kleine Vogel seinen Essplatz. Die Bäuerin schüttet frisches Wasser dazu und schon wollen alle Schweine gleichzeitig im Matsch baden…

Sie versuchen einen Platz in der Matsch-Kuhle neben der kleinen Lotta zu erkämpfen. Lotta bleibt einfach sitzen und grunzt laut und ausdauernd. Ob Lotta sich wohl streitet ?

Die Kinder können die Schweine-Sprache nicht ganz genau verstehen, jedoch wissen sie um deren Lautstärke. Es kann ja durchaus von Vorteil sein, ab und zu mal die Stimme leicht zu erheben.

Leise, ganz leise schleichen sie sich anschließend in die Nähe des kleinen Tannenbaumes im Kindergarten. Einst hat er hell beleuchtet als Weihnachtsbaum seinen Zauber verbreitet. Jetzt beschützt er eine kleine Vogelfamilie in ihrem Nest weit unter den Zweigen…bald werden die kleinen Vögel den Hof erkunden und vielleicht begegnen sie auf ihren Entdeckungsflügen den Kindern, die gerne die Kälber, Schweine und Hühner auf dem Hof füttern.

Hier sorgen alle gut füreinander…so soll es sein.

Wenn am Abend die Sonne am Horizont untergeht und ihr Licht die Welt in warme Töne taucht, schlafen die kleinen Vögel langsam ein.

Wovon sie auch immer träumen mögen und was auch immer sie erleben werden in dieser warmen Frühlingsnacht,

es wird ein Geschenk für sie sein.